ABRAXAS Medienwerkstatt e.V.

Verein für Medien, Kultur und interkulturelle Arbeit

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Ökologie

Januar 18th, 2010 · Keine Kommentare

IM NAMEN DES VOLKES – Holger Isabelle Jänicke und der Paragraph 34
S. Brix, P. Gehrmann
BRD 1997, 30 Min.
Dortmunder Medienzentrum

Ein Film über die Gefahren von Castor-Transporten und dem daraus resultierenden zivilen Ungehorsam von Atomgegnern am Beispiel des Verfahrens von Holger Isabelle Jänicke.
Holger Isabelle, seit Jahren aktiver Friedensarbeiter, hatte in einem Flugblatt zum gewaltlosen Widerstand gegen Atommülltransporte aufgerufen. Bei dem anschließenden Gerichtsprozeß berief er sich auf den Paragraphen 34 StGB (berechtigter Notstand bei Gefährdung von Menschenleben). In dem Film erklärt Holger Isabelle sein offensives Vorgehen gegenüber der Staatsanwaltschaft und seine Motivation sowohl in menschlicher als auch in technischer Sicht oder Sichtweise.
Verschiedene Gutachter z.B. Dr. Helmut Hirsch, Atomphysiker und Strahlenschutztechniker, berichten darüber wie die Castorenbehälter in bezug auf Unfälle getestet wurden.
Michael Sailer, vom Ökoinstitut Darmstadt, erklärt wie wahrscheinlich ein Supergau (größer anzunehmender Unfall in einem Atomkraftwerk) in einem deutschen Reaktor ist und unter welchen Umständen er eintreten kann.
Der Marburger Professor Dr. Horst Kuni erläutert welche Strahlen von den Castoren abgeschirmt werden, welche durch dir Behälter dringen und welche gesundheitlichen Folgen dies hat.
Verschiedene andere Aktivisten kommen zu Wort und beantworten Fragen zum gewaltlosen Widerstand gegen Atomkraftwerke und Atommülltransporte.

WIDERSTAND IST MACHBAR – ÜBERALL
Ein Portrait des Widerstands gegen die Castor Transporte 1997
Iris Lachtrup, Stephan Feifel
BRD 1997, 60 Min.
Medienwerkstatt Marburg

Wieso entscheidet sich ein Grundschuldirektor für die Besetzung von Turnhallen?
Wieso entscheidet sich eine Religionslehrerin u.a. an einer Schmierseifenaktion, um eine Straße unpassierbar zu machen? Warum gehen ältere Menschen, die sich zur “Ini 60″ zusammengeschlossen haben gemeinsam zum Protest auf die Straße und warum fährt eine Schuhverkäuferin auf dem Motorrad z.B. als Kurierin durch das Wendland?
Wer nicht danach fragt bleibt dumm…
Dieser Film ist ein Interviewportrait in dem “stinknormale” Bürger sowie Mitglieder von Bürgerinitiativen erzählen, warum und in welcher Form sie sich aktiv am Widerstand beteiligt haben, um den 3. Castor Transport von Neckarwestheim ins Zwischenlager von Gorleben zu verhindern. Sie berichten seit wann sie im Widerstand sind und was sie zu ihrem Engagement drängt.
Das Bewußtsein über die tödliche Gefahr, die von Atommüll ausgeht. Das Wissen darüber, dass – egal wie sicher ein AKW ist – der Müll der nicht entsorgt werden kann das Problem ist und es auf der ganzen Welt keine Möglichkeit gibt Atommüll sicher zu lagern. Diese Menschen leisten nicht Widerstand gegen einen Transport oder ein Zwischenlager vor ihrer Haustür. Ihnen ist klar, dass die gelagerten Castoren durch die Naturzukühlung schon jetzt Strahlen an die Umwelt abgeben und undichte Castorbehälter bzw. ein Flugzeugabsturz auf die oberirdische Lagerhalle eine Strahlenkatastrophe auslösen würden. Diese Menschen möchten jeden ermutigen sich in den Widerstand einzureihen, um den Irrsinn zu stoppen, der heute von der Atomwirtschaft betrieben wird, aber noch Generationen nach uns bedroht. Wie Widerstand machbar ist, bleibt dabei kein Geheimnis. Das Risiko kriminalisiert zu werden wir als geringfügig betrachtet gegenüber dem Risiko verstrahlt zu werden.

DAS MÜLLIARDENGESCHÄFT
BRD 1995, 43 Min.
Focus-Film Immendingen, Carl-A. Fechner, Jo Angerer, Hagen Lang

Das große Geschäft der 90er Jahre liegt in der Müllverwertung. Mindestens 150 Milliarden DM sind bis Ende der 90er Jahre zu verdienen. 20-50% jährliche Umsatzsteigerung werden erwartet. Und 10 Unternehmen beherrschen den Entsorgungsmarkt.
Jo Angerer, Carl-A. Fechner und Hagen Lang suchen die Profiteure am Müll. Ihre Recherche entwickelt sich zum Krimi. Monopol-Absprachen, Korruptionsskandale, Gefälligkeitsgutachten, undurchsichtige Verträge, Mafia-Verbindungen: kein Mittel ist den Müllwerkern im weißen Kittel zu schmutzig, um an die Mülliarden zu gelangen.
In den USA läßt sich nachforschen, welche Folgen auf Kommunen zukommen, die das Mülliardengeschäft verlieren. Die Autoren stöbern ruinierte Städte auf: pleite vor allem durch die Machenschaften eines US-Mülliardärs. Bilder, die bald auch in Deutschland zu sehen sind? Längst schon haben US-Unternehmen Müll-Brückenköpfe in Deutschland gebildet, wollen teilhaben am großen Geschäft der Müllverbrennungsanlagen. Große deutsche Energiekonzerne machen in gnadenlosen Aufkauf-Aktionen den Deal mit dem Müllgeschäft unter sich aus. Am Beispiel Gütersloh lassen sich die Strukturen des Mülliardengeschäfts darstellen. Präzise und aufrüttelnd zugleich.

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