ABRAXAS Medienwerkstatt e.V.

Verein für Medien, Kultur und interkulturelle Arbeit

ABRAXAS Medienwerkstatt e.V. header image 2


Soziale Bewegungen

Januar 18th, 2010 · Keine Kommentare

AUS DER TODESZELLE – HIER SPRICHT MUMIA ABU-JAMAL
Annie Goldson, Chris Bratton
USA, 26 Min.
QUERBLICK Medien- und Verlagswerkstatt Konstanz

Mumia Abu-Jamal, ein schwarzer Journalist und ehemaliger Black Panther, ist 1982 wegen Polizistenmordes zum Tode verurteilt worden. Das Urteil könnte jetzt zu jeder Zeit vollstreckt werden. Dies wäre die erste Hinrichtung eines politischen Gefangenen in den USA seit Julius und Ethel Rosenberg 1953.
In diesem Film spricht Mumia Abu-Jamal über seine eigene Geschichte, seine Politisierung schon als Jugendlicher, seinen Eintritt und die Arbeit in der Black Panther Party, seine Verfolgung, seine Arbeit als Journalist in Philadelphia, seine Verbindung mit der MOVE-Organisation und den Kampf um sein Leben.
Außerdem gibt es im Film Original-Aufnahmen von der schwarzen Bürgerrechtsbewegung und Black Panther Demonstrationen, von Angriffen gegen die Black Panthers und gegen MOVE-Mitglieder in Philadelphia 1978 und 1985.

NACHTSCHICHT FÜR DEUTSCHLAND
Helmut Bürgel
BRD 1990, 20 Min.
Medienwerkstatt Freiburg

Berlin, 9. November 1989; Brandenburger Tor. Die Mauer ist gefallen; Freiheit leuchtet in den Gesichtern der Menschen. Hunderttausende strömen aus der DDR ins Konsumparadies des Westens, warten in Baracken, Turnhallen und Schwimmbädern auf eine Wohnung und einen Job.
Schwarzweiß-Fotos erzählen von diesem Weg in die Freiheit. An den Rändern der Fotos wird sichtbar, was vielen am Ziel ihrer Reise in den Westen blüht: die Arbeit am Band in einem durchrationalisierten westdeutschen Großbetrieb.
Der Film “Nachtschicht für Deutschland” erzählt zwei Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Nur eine Szene macht deutlich, weshalb sie sich ständig berühren: ein junger Arbeiter aus der DDR bewirbt sich bei Opel für eine Stelle auf der Dauernachtschicht. Die DDR-Übersiedler bilden, ob sie es wollen oder nicht, eine willkommene Reservearmee auf dem Arbeitsmarkt. Die IG Metall steckt von zwei Seiten in der Klemme.

SCHATILA
auf dem Weg nach Palästina
BRD 1988, 45 Min.
Medienwerkstatt Freiburg

Die Stadt Beirut hat einen reichen, christlichen Ostteil und einen arabischen Westteil mit der ehemals schicken Einkaufsstraße El Hamra. Dazwischen erstreckt sich der Elendsgürtel mit seinen Slums und Ghettos, mit Orten wie Sabra und Schatila; Zuflucht für die Verjagten und Vertriebenen, für die palästinensischen Flüchtlinge und obdachlosen Libanesen.
Ruinenlandschaften, Trümmerberge, das ist Schatila 1988, am Ende des dritten Lagerkrieges, der im November ‘86 begann. Eingegraben unter der Erde, in Bunkern und Kellern, verbunden durch ein System unterirdischer Gänge, widerstanden hier über 4.000 Menschen permanenter Bombardierung und totaler Belagerung. In dieser Situation filmte einer der Eingeschlossenen das Leben unter Trümmern; den Willen und den Mut, das Leid und die Hoffnung, mit der die Menschen ihr Überleben organisierten.
Die Bilder aus Schatila lassen die Dimensionen des Krieges erahnen, der im ganzen Süden des Libanon gegen das palästinensische Volk geführt wurde. Es war ein Vertreibungskrieg. Die Palästinenser störten die Macht- und Kontrollbestrebungen der schiitischen Amalmilizen im Südlibanon, sie störten Israel durch ihre bloße Existenz als vertriebenes Volk und sie störten Syrien durch ihr Beharren auf einer autonomen, nicht von Syrien diktierten palästinensischen Politik.
(Nach innerpalästinensischen Kämpfen haben im April 1988 die letzten Palästinenser das Lager verlassen)

Tags: Videoarchiv